Streckenfliegen im Spätsommer – Fiesch im August

Bietschhorn
Die Tage werden schon wieder kürzer und die Gleitschirmsaison geht langsam aber sicher zu Ende. Dennoch hat sich schon eine Woche zuvor ein Streckenflugfenster aufgetan und auch die Prognosen der letzten Tage zeigten, dass es im Wallis noch mal gut fliegbar sein würde.

Sonnenaufgang am FurkapassIch bin bereits am Abend davor angereist und habe am Furkapass übernachtet. Nach einer sehr ruhigen und warmen Nacht (10 Grad Aussentemperatur) habe ich bei einem gemütlichen Frühstück den Sonnenaufgang genossen und mich auf einen Tag Streckenfliegen im Spätsommer vorbereitet.

FurkapassGegen halb acht bin ich Richtung Fiesch losgefahren. Die Prognose hatte sich zum Morgen hin von „mässig“ auf „gut“ verbessert und so war der Plan, bereits gegen 9 Uhr am Startplatz Kühboden zu sein.

Ab 9 Uhr am Startplatz – Geplanter Start ab 10 Uhr

Ich kam um kurz nach 9 Uhr an. Bis auf wenige Flugschüler war ich dort alleine. Mit der 10 Uhr Bahn kamen dann dann jedoch noch einige andere Piloten, inklusive David, an.

Startplatz KühbodenZu Beginn war es, wider der Prognose, sehr stabil. Also war Parawaiting angesagt. Erst zwei Stunden später als eigentlich geplant, ging es dann für mich in die Luft. Und auch die erste Stunde nach dem Start war mehr als mühsam. Nur langsam ging es hoch und erst nach einer knappen Stunde konnte ich meine Abflughöhe über dem Eggishorn erreichen und zur ersten Talquerung ansetzen.

Hoch vor der ersten Querung

Wegen der schwachen Bedingungen habe ich bewusst hoch aufgedreht, zum Glück! Denn alle anderen die niedrig abgeflogen sind, hatten nach der Querung mit den gleichen Bedingungen zu kämpfen, wie zuvor nach dem Start am Kühboden.

Bei mir ging es, dank der Höhe, gut voran. Richtung Goms, über den Grimselpass und über den Rhonegletscher. Da Graubünden nur mit schwacher Thermik prognostiziert war und vor mir zwei Piloten schon sehr tief Richtung Andermatt unterwegs waren, entschied ich am Kleinfurkahorn zu wenden und den Schenkel meines geplanten Dreiecks nicht weiter auszudehnen.

Zurück über Fiesch bis zur TMA Sion

Also wieder zurück Richtung Fiesch und weiter nach Brig bis zur TMA Sion. Die TMA war an diesem Tag inaktiv und so wäre eine Weiterflug ideal gewesen. Auch hatte ich noch genügend Höhe um weiter nach Leukerbad zu fliegen. Leider hatte ich am Morgen schon 3 Stunden Flugzeit verschenkt und die Tage werden mittlerweile auch immer kürzer. Also habe ich an der TMA gedreht und mich auf den Rückweg nach Fiesch gemacht.

BietschhornBergwind aus dem Fieschertal

Höhe Brig bin ich noch kurz auf die südliche Talseite gewechselt und bin dann mit gut 20 km/h Rückenwind Richtung Fiesch geglitten. Höhe Brig war ich schon sehr niedrig, mit dem Talwind hätte das auch einwandfrei geklappt. Leider gab es aus dem Fieschertal kommend Bergwind, der mich dann, schon sehr niedrig, über Fiesch zum Stillstand brachte.

Suboptimaler Ersatzlandeplatz gefunden

Ich hatte keine Chance mehr, den Landeplatz in Fiesch zu erreichen und so entschied ich auf einer großen Wiese vor einem der Hotels zu landen. Zwei Fahnen zeigten absolute Windstille an. Anders wäre dieser Landeplatz auch viel zu turbulent und gefährlich gewesen. Eine Alternative wären die freien Felder und Wiesen im Westen von Fiesch gewesen, aber für diesen Tag hat es auch neben dem Hotel geklappt.

Streckenfliegen im Spätsommer

Wunderschöner Saisonabschluss! – Streckenfliegen im Spätsommer in Fiesch

Eigentlich hatte ich große Pläne und gemäß Prognose hätte das auch klappen können, jedoch ist es eben schon Ende der Saison und so bin ich mit den geschafften 115km mehr als zufrieden. So macht Streckenfliegen im Spätsommer Spaß!

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